Interview mit Ludovic Durdon (Champagne Durdon-Bouval)

Was bedeutet Bio Champagner eigentlich genau und worin unterscheidet er sich von konventionellem Champagner?

Ein Bio Champagner wird aus Trauben hergestellt, die nie mit synthetischen (chemischen) Produkten behandelt wurden, sondern nur mit natürlichen Produkten (z.B. Kupfer gegen den falschen Mehltau „Mildiou“ und Schwefel gegen den echten Mehltau „Oidium“). Auch Insektizide oder Herbizide werden nicht verwendet. Das Gras zwischen den Weinstöcken muss händisch (Gartenhacke oder Pferdepflug) oder maschinell (Rasenmäher) entfernt werden.

Seit wann produzieren sie Bio Champagner und wie lange dauerte die Umstellung?

Zwischen 2000 und 2008 haben wir viele Versuche unternommen und haben nach und nach auf Bio Weinanbau umgestellt ,ohne das Zertifikat zu besitzen. Seit 2009 zertifizieren wir unseren Chardonnay Weingarten und haben im Jahre 2013 das Bio Zertifikat erhalten. Im Herbst 2015 haben wir mit der Zertifizierung der Pinot Meunier und die Pinot Noir Weingärten begonnen. Seit April 2016 kommerzialisieren wir unsere (ersten!) Chardonnay Bio als Extra Brut Champagner.

Was war der Hauptgrund für Sie auf Bio umzusteigen?

Zu Beginn arbeiteten wir nach den Kriterien des nachhaltigen Weinanbaus, aber nach der Krankheit meiner Mutter wurde der Bio Wahnanbau eine Evidenz für uns. [Anm. von Aux Bulles: viele Winzer der vorangegangenen Generation erkrankten an den Folgen vom massiven und vor allem regelmäßigen Einsatz von Pestiziden.]

Was sind die größten Herausforderungen eines Bio Champagner Winzers?

Um gesunde Trauben zu erhalten sind die größten Herausforderungen: 

  • die Bodenarbeit: die Bewachsung (Gras) zwischen den Weinstöcken in Schach zu halten, damit diese den Weinstöcken keine oder nur wenig Konkurrenz macht. 
  • die Bekämpfung kryptogamischer Krankheiten [Anm. Aux Bulles: Krankheiten, die vom Schmarozerpilz verursacht werden, z.B. falscher und echter Mehltau] mit natürlichen Mitteln. Diese natürlichen Mitteln werden vom Regen weggewaschen, daher ist es sehr schwierig in regenreichen Jahren eine gute Ernte zu erhalten. Im Gegensatz zum konventionellen Weinanbau haben wir keine vorbeugenden Mitteln gegen diese Krankheiten.

    Merci beaucoup Ludovic!