Terroir und die unterschiedlichen Böden der Champagne
Mit 34’000 Hektar Rebfläche ist die Champagne ein großes Weinbaugebiet und erstreckt sich über 200 Kilometer vom Norden des Massif de Saint-Thierry bis nach Les Riceys ganz im Süden. Dadurch ergibt sich eine große geologische Vielfalt, welche sich auch auf den jeweiligen Weinstil auswirkt (siehe Karte auf der Vorderseite).
Der Unterboden der Champagne ist durch Kalkstein dominiert und entstand vor 90 - 65 Millionen Jahren, als das heutige Europa noch ein Meer war. Das Wasser zog sich zurück und ließ eine 200-300 Meter dicke Kreideschicht zurück die aus Coccolithen (d.h. Skelette maritimer Mikroorganismen) entstand. Die hohe Porosität dieser Kreide bedeutet, dass sie große Mengen an Flüssigkeit speichern kann (300- 400 Liter pro Kubikmeter), die vor allem über den Winter und im Frühling anfallen. Dadurch sind die Rebstöcke mit ihren tiefen Wurzeln im Sommer sogar bei extremer Hitze noch mit Wasser versorgt.
Kreideboden
Die Côte des Blancs und ein Teil der Montagne de Reims und Côte de Sézanne sind geprägt durch austretenden Kreideboden, d.h. beim Spazieren durch die Weingärten kann man große Stücke davon aufsammeln und nur wenige Zentimer unter der Erde ist reine Kreide zu finden. Neben der erwähnten Vorteile in der Wasserversorgung reflektiert dieser helle Boden zudem die Sonnenstrahlen und erzeugt zusätzliche Wärme für Blätter und Trauben. Diese Bodenbeschaffenheit bringt faszinierende Mineralität und hohe Säure in den Weinen hervor und daher sind alle großen Lagen (Grand Cru, Premier Cru) auf diesem Boden beheimatet.
Mergel
Die Böden der Côte des Bar ganz im Süden sind vor allem von Mergel (kalkhaltiger Ton) geprägt und entstanden deutlich früher als im Rest der Champagne vor etwa 150 Millionen Jahren. Diese Variante des Kalksteins enthält sowohl Kalk als auch silikatische Bestandteile meist kleiner Korngröße. Trauben reifen auf diesem Boden etwas später als auf Kreide oder Ton. Es sind fruchtbare, schwere Böden mit hohem pH-Wert die Weine mit schöner Säure hervorbringen.
Ton/tonhaltiger Lehm
Die Böden der Côte de Sézanne besteht vor allem aus Ton und tonhaltigem Lehm, einem Sedimentgestein, das aus übereinanderliegenden Plättchen besteht. In den Zwischenräumen dieser Plättchen kann Wasser gut gespeichert werden, allerdings auch vergleichsweise schlecht abfließen.
Kieselsand
In der Vallée de la Marne findet sich vor allem Kieselsand, eine leichte Bodenart mit gutem Drainagevermögen. Auf diesem Boden reifen Trauben früh und sind eher säurearm. Daher kommt dort vor allem Pinot Meunier, eine spät-reifende Rebsorte mit hoher Säure zum Einsatz um diese Eigenschaften zu kompensieren.
